Studienfahrt / W-Seminar-Fahrt Manchester, 20. Juli - 25. Juli 2014

Ziele der Fahrt: Motivation für die Seminararbeit und Anregungen für weitere Recherchearbeit auch durch Kontakte mit Experten auf den jeweiligen Gebieten (Manchester Police - AGGS - Boaz Trust - Manchester Cathedral) - Die Möglichkeit, die eigenen Sprachkenntnisse auszuprobieren mit "echten" Engländern, auch in touristen-untypischen Situationen - Also: Durch Türen gehen, die sich einem ohne persönliche Kontakte und in großen Gruppen so nicht öffnen würden.

Ort der Handlung: Die Metropole des Nordens - (ca. 500 000 Einwohner, Greater Manchester ca. 2,5 Millionen). Ja, es gibt dort viel mehr als Fussball. Schon immer war Manchester das nördliche Pendant zu London, dessen Rivalin, zeitweise sogar wichtiger als die eigentliche Hauptstadt, als noch Schwerindustrie und Handel die Wirtschaft des Landes prägten. Heute ist die Stadt auch im Tourismusgeschäft eine Größe, eine Studentenstadt (vier Universitäten, 85 000 Studenten), Medienstadt, Musikstadt.  

TeilnehmerInnen: 11 (von 13) SeminarteilnehmerInnen des W-Seminars "Being Young in Britian Today" + 9 Gäste aus dem Jahrgang + die Veranstalter

1. Tag: Unterkunft waren Stadtapartments zentrumsnah bei Piccadilly Station (Zug- und Metro-Station, 5 Minuten zu Fuß). Eine gute Entscheidung: Kochgelegenheiten in jedem Apartment, in großen mehrere Badezimmer, 10 Minuten zu Fuß ins Zentrum.

Stadtführung um 10.00 Uhr, damit wir uns gleich vom ersten Tag an auskannten, die wichtigsten Highlights zumindest von außen gesehen hatten und wussten, ich welch wichtiger und interessanter Stadt wir uns befanden und was wir noch auf eigene Faust vielleicht besuchen wollten. Dank an Andrew Derbyshire (früher Lehrer), unseren kompetenten Stadtführer. Nach der verdienten Erholungsphase waren Nachmittag und Abend zur freien Verfügung.

2. Tag: Manchester Cathedral

Unserem Ansatz folgend, interessierten wir uns für die dem Touristen eher unbekannten Seiten englischer Kathedralen. Durch den erhellenden und interessanten Vortrag von Pam Elliott (Education Officer at MC) bekamen wir einen guten Eindruck davon, was es bedeutet, vor allem in finanziell schwierigen Situationen eine "working Cathedral" zu sein, in der viel mehr als nur Gottesdienste, Evensongs und Konzerte stattfinden. Sie machte es auch möglich, dass anschließend eine ihrer jungen Mitarbeiterinnen fast eine Stunde lang mit uns über über die Rolle der Religion in ihrem eigenen Leben und dem ihrer Freunde sprach und unsere Fragen beantwortete. (Seminararbeit: "The Role of Religion in Young People's Lives") 

3. Tag: AGGS (Altrincham Grammar School for Girls) und Old Trafford (Manchester United)

Vormittag: Vormittag fuhren wir mit der Metro nach Altrincham, einer wohlhabenden Market Town (man wohnt dort wie im angrenzenden Hale auch als Fussballprofi der Clubs von Manchester) südwestlich von Manchester, zur AGGS. Der Besuch war durch persönliche Kontakte mit der Schule möglich geworden, und unser großer der Dank geht an Angela Stokes (Deutschlehrerin in AGGS) und ihre Kolleginnen (Vortrag über Studieren in England) sowie die Mädchen von Year 11 (Bild im Jahresbericht), die den SchülerInnen die Schule zeigten (Highlight des Rundgangs: Cousine (?) von Danny Welbeck kennen gelernt!!), während sich die Lehrkräfte im eleganten Staff Room bei einer cup of tea/coffee austauschten. Sie alle nahmen sich noch am letzten Schultag Zeit, uns einen allgemeinen und auch sehr persönlichen Einblick in das Leben an einer sicher sehr ungewöhnlichen State School (= keine Schulgebühren) zu ermöglichen, von der, so die neue Schulleiterin, viele glauben, sie müsse aufgrund von Angebot und Ausstattung eine Privatschule sein. Wir können das nur bestätigen. Wer sich einen genaueren Einblick in Organisation, Verwaltung, Unterricht und Angebot speziell von AGGS und englischer Schulen dieses Niveaus allgemein verschaffen möchte (sehr empfohlen), kann dies auf der Homepage der Schule tun. (Seminararbeiten: "Fairness in Education", "British Universities"). Danke für den tollen Vormittag.

Nachmittag: Stadiontour und Info-Talk bei Manchester United

Ein Must für jeden fussball-interessierten Manchester-Touristen: Der Besuch beim "größten Club der Welt" (oder was war dazu noch mal die letzte autorisierte Aussage von Bastian Schweinsteiger?). Ein Welt für sich: Metro-Station, Hotel, Shopping-Centre, Old Trafford, die Umkleidekabinen, Fan-Artikel-Shop, the Munich Tunnel.

Es war ein unterhaltsames Erlebnis, in sehr lebhafter Form alles über die Geschichte des Vereins zu erfahren, warum es politically gar nicht correct ist, von "MANU" zu sprechen, und, sozusagen den Weltstars folgend, von den Umkleidekabinen ins Stadion einzulaufen bis dahin, wo der Rasen beginnt, und keinen Zentimeter weiter - Betreten strengstens verboten! Sprachlicher Mehrwert: Listening-Comprehension-Aufgabe bei der Stadiontour durch unseren Führer.

4. Tag: Greater Manchester Police Headquarters und Besuch beim Boaz Trust

Greater Manchester Police Force (Vormittag)

Die Seminararbeiten über "ASBOS" und "Youth Crime in Britain" waren für den Seminarleiter Anlass genug, sich um Kontakt zur Polizei in MAN zu bemühen. Andrew Marsden von der GMP, der für die Jugendarbeit zuständig ist, sagte sofort zu und lud den Seminarleiter ein, sich bei einer cup of tea at headquarters kennen zu lernen und den Ablauf des Besuches zu besprechen. Da der Seminarleiter in den Pfingstferien sowieso in der Gegend war, war dies problemlos möglich. Die cup of tea dauerte dann mehr zwei Stunden, obwohl Andrew Marsden dafür extra seinen freien Vormittag opferte. Danach war klar, dass das ein erfolgreicher und ganz besonderer Besuch werden würde. Und so erfuhren wir im Hauptquartier der GMP von ihm zwei Kolleginnen sehr viel Interessantes über die die Polizeiarbeit in Greater Manchester allgemein und die Arbeit mit Jugendlichen. Andrew gab uns spontan noch Gelegenheit, ein Treffen von Police Cadets zu besuchen und mit den Jugendlichen und den Ausbildern zu reden (Bild im Jahresbericht). Dazu holte er uns abends mit einem Polizei-Minibus ab fuhr mit uns fast eine Stunde zu einem Ort in der Nähe. Er ist landesweit der Pionier dieser Einrichtungen und berät dazu auch die Polizei in London und anderen Großstädten. Danke nochmals für den großen persönlichen Einsatz und die außergewöhnliche Freundlichkeit und Offenheit, mit der wir empfangen wurden.

The Boaz Trust (Nachmittag)

Das eben Gesagte (inkl. Informelles Vorgespräch) gilt in gleichem Maße auch für David Smith, den Direktor und Gründer des Boaz Trust. Der Boaz Tust ist eine kleine Charity, die aber im Bereich der Betreuung von Asylbewerbern so beeindruckend arbeitet, dass sie 2012 einen der jährlich verliehenen, sehr angesehenen Guardian Charity Awards erhielt. David sprach mit uns zwei Stunden (Bild im Jahresbericht) über die schwierigen Aspekte seiner Arbeit (Fund Raising, komplizierte gesetzliche Bestimmungen, Vorurteile) und die befriedigenden (Hilfe für Menschen, die keine Lobby haben). Seine Tätigkeit führt ihn oft zu Konferenzen in ganz Europa, und er wusste erheblich genauer über das deutsche Asylrecht Bescheid als wir. Für uns war es ein wichtiger Blick in eine relativ unbekannte Welt - der Boaz Trust teilt sich das Gebäude in einem Außenbezirk mit andern kleinen Charities, die sich um deprived persons am Rande der Gesellschaft kümmern -, die aber inzwischen immer mehr ins Zentrum der politischen Aufmerksamkeit gerückt ist. (Seminararbeit: "Volunteering in Britain", zusätzlich: P-Seminar (eine Teilnehmerin): Hilfe für Asylbewerber im Raum Aichach).

5. Tag: Liverpool

Da schöne Wetter verlockte uns spontan, den Tag in Liverpool zu verbringen. Auf dem Programm standen der Besuch der Kathedralen (anglikanische K., katholische K.), der Wiege des Beatles-Erfolgsgeschichte, des Cavern Clubs und Albert Dock.

6.Tag: Rückfahrt

Fazit der Veranstalter: Angesichts der enormen Hilfsbereitschaf, Unkompliziertheit, Freundlichkeit und Offenheit all der Menschen, die wir bei unseren Besuchen getroffen haben, und der Möglichkeiten, die sich zur Sprachverwendung und Horizonterweiterung dabei bieten, wäre zu fragen, ob eine Fahrt dieser Art nicht zu einem festen Bestandteil im Studienfahrtangebot werden sollte.

H. Künz