Das Deutschherren-Gymnasium ist "Bayerns beste Schule"

Erneut ein ausgezeichnetes Geschichtsprojekt am DHG

Am vergangenen Mittwoch wurde das Deutschherren-Gymnasium Aichach bei der Landessiegerehrung in Nürnberg als „Landesbeste Schule“ im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgezeichnet, dem größten historischen Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Raphael Müller (Q11) und die letztjährige Klasse 10b errangen unabhängig von einander jeweils einen mit 250 € dotierten Landessieg. Beide siegreichen Beiträge zusammen führten das Deutschherren-Gymnasium – punktgleich mit dem Kepler-Gymnasium Weiden – zum mit 1000 € dotierten Titel „Landesbeste Schule“ und zur damit verbundenen Einladung am 17. November nach Berlin ins Schloss Bellevue. (Weiterlesen für Bilder und mehr.)

Raphael Müller, der selbst Autist ist, befasste sich in seiner Arbeit zum diesjährigen Wettbewerbsthema „Anders sein“ mit autistischen Zügen bei seinem bekannten Ur-Ur-Ur-Großonkel Gregor Mendel, dem Vater der Genetik. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass sich bei dem 1884 verstorbenen Mendel zwar Autismus nicht mehr zweifelsfrei nachweisen lässt, ein deutliches Anderssein und eine Reihe von Symptomen aus dem Spektrum Autismus aber durchaus. Für diese Untersuchung zog Raphael außer öffentlich zugänglichen Quellen auch solche aus dem Familienbesitz heran.

Die ehemalige Klasse 10b mit ihrem Geschichtslehrer Michael Lang arbeitete für ihre Forschung mit dem Stadtarchiv Aichach zusammen und stieß dort auf die von der Normalität abweichende Gastwirtin Therese Reithmaier. Diese 1887 gestorbene Frau übernahm als Waise noch minderjährig den „Garaus-Bräu“ (heute: Dominke-Apotheke) vor dem Unteren Tor und führte ihn 55 Jahre lang, obwohl sie dazu als Frau offiziell weder befugt noch in der Lage war.

     

Siegerehrung im Historischen Rathaussaal Nürnberg (Bilder: Rudi Ott)